Ich bin ein Sklave des Mondes.
So sprich zu mir von nichts anderem als vom Mond.
Sprich zu mir von nichts anderem als von seinem Schein und seiner Süße.

Spreche nicht von Leid, sondern nur von Gaben.
Und wenn du von diesen nichts weißt, so sage nichts.

Letzte Nacht wurde ich wahnsinnig.
Die Liebe kam zu mir und sagte: Ich bin hier!
Schreie nicht! Wüte nicht! Sage nichts.

Ich sprach: Oh Liebe, dort ist etwas, das ich fürchte!
– Dort ist nichts! Sage nichts.

Ich sprach: Ist dieses Gesicht das Gesicht eines Engels oder eines Menschen?
– Es ist weder das Gesicht eines Engels noch das Gesicht eines Menschen.
Es ist das Gesicht von etwas anderem… doch sage nichts.


Maulana Rumi

Der persische Sufipoet und Mystiker Maulana Rumi (1207-1273) wird als einer der größten Dichter der Weltgeschichte angesehen. Kaum ein Dichter versteht es so wie Rumi, die ewige Liebesgeschichte zwischen Göttlichem und Menschlichen in Worte zu fassen. Obwohl in der islamischen Kultur verwurzelt, steht er als Weltenverbinder über allen Religionen und bringt seine interkulturelle Botschaft der umfassenden Liebe auch in die heutige Welt. Er zeigt auf, dass es mit dem Sufismus eine aufgeklärte und undogmatische Tradition gibt, die sowohl westliche Suchende wie oppositionelle Menschen in der arabisch-islamischen Welt miteinander verbinden kann.
Mehr dazu bei unserem Partnerprojekt unter: www.rumiprojekt.de