Weltweit gibt es heute rund 15 Millionen Sufis, alleine im islamischen Kulturkreis. Historisch ist Bagdad die Wiege des Sufi-Islams. Sufismus – ist jedoch keine einheitliche Größe und nicht an äußere Vorbedingungen gebunden. Sein Kern ist jedoch immer derselbe: die Erfahrung der absoluten Einheit Gottes, des Einzigen, der wahre Existenz hat.

Syed Qamar Afzal Rizvian, ein pakistanischer Politikwissenschaftler, sagt: „Die aufgeklärtesten Jahrhunderte der muslimischen Zivilisation waren vom Sufismus gekennzeichnet. Daher sollte man heute die Verbreitung seiner Lehren in Schulen und Moscheen global fördern. Denn der Sufismus verkörpert einige wichtige Grundwerte der islamischen Lehre: Humanismus, Mitmenschlichkeit und Philanthropie. Mit der stärkeren Förderung der Ideen des islamischen Sufimus könnten wir nicht nur ein Gegengewicht zum Extremismus schaffen, sondern auch zur zunehmenden Islamfeindlichkeit.“

Imad Alfil: Tanzender Sufi, http://www.imad-alfil.de

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So kann der Sufismus auch eine Brücke bilden zwischen westlichen Menschen auf der Suche nach einem undogmatischen Erfahrungsweg und moslemischen Menschen, die in ihrer eigenen Tradition einen Befreiungsweg suchen. Jonathan Star, der amerikanische Übersetzer Rumis, beschreibt Sufismus als einen „Weg der Liebe“:

 

 

„Die Sufis suchen die verborgenen Geheimnisse des Lebens; es verlangt sie nach unmittelbarer Erfahrung Gottes, den sie den „Geliebten“ nennen. Sie sehen in ihm keinen gestrengen Herren oder ein unerreichbares Absolutes, sondern jemanden, dem man sich in vollkommener Liebe nähert…Diese furchtlose Gottesliebe ließ die Sufis tanzen und singen und nächtelang feiern. „Normale“ Menschen sahen sie oft als verrückt an- doch gleichzeitig achtete man sie als große Künstler, Dichter und Mystiker des Islam… „

In al-Andalus konnte der Sufismus eine Verbindung von Aufklärung und Mystik eingehen. Die berühmtesten Poeten in al-Andalus waren auch große Sufimeister, so etwa Ibn al-Arabi, al-Shushtari und viele andere. Die drei grundlegenden Erkenntnisquellen – die traditionelle Lehre, die wissenschaftliche Vernunft und die mystische Eingebung – fanden hier zusammen.

Geschichtliche Wurzeln des Sufismus

Der Sufismus hat sich historisch aus den religiösen Grundlagen des Islam, der Meditation des Korans und frühen schamanischen Stammeskulturen entwickelt. Sufismus ist aber auch ein Sammelbegriff von Bewegungen geworden, die nichts mehr mit seinen islamischen Grundlagen zu tun haben, so in Europa und Nordamerika.

Der Beiname as-Sufi erscheint schon im 8.Jahrhundert n.Chr. Manche der frühen Asketen hüllten sich in Wollgewänder und nach diesen wurden sie als Sufi (von suf“ Wolle“) bezeichnet. Die Sufis selbst leiteten ihren Namen gerne von safa, „Reinheit“ ab: der sufi ist der safi, der Gereinigte, der Erwählte.

In diese strenge Asketenwelt wurde das Element der reinen, freudigen Gottesliebe durch eine Frau, Rabi´a (gest. 801), eingeführt. Sie sprach erstmals von der absoluten Liebe, die sich direkt an Gott wendet, ohne an Höllenfurcht oder Paradieshoffnung zu denken. Rabi´as Gedanken haben die folgenden Generationen tief beeinflusst. Die Liebe zwischen Gott und Mensch wurde von den Sufi-Meistern mit immer feineren Worten ausgedrückt, obgleich sie wussten, dass es „nichts Subtileres als die Liebe gibt, und da man Begriffe nur mit etwas ausdrücken kann, was subtiler als der Begriff ist, kann man die Liebe nicht ausdrücken.“ (Sumnun der Liebende, um 900)

Die Sprache, in der sufische Gedanken am poetischsten ausgedrückt worden sind, ist das Persische mit seiner überreichen Literatur. Die Türken übernahmen das Erbe und setzten die literarische Tätigkeit auf verschiedenen Ebenen fort – dabei ist die volkstümliche Poesie von besonderem Reiz. Gleiche Erscheinungen finden wir auch auf dem indischen Subkontinent – hier nicht nur als arabisch-persische Komponente. Vielmehr sind die sufischen Gedanken in den Regionalsprachen ausgeprägt. So die Dichtungen in Sindhi, Panjabi, Siraiki, Kashmiri, Gujarati, Bengali oder Pashto, sowie dem klassischen Urdu; selbst in Tamil gibt es Sufi-beeinflusste Poesie. Ähnliches gilt für Afrika (Suaheli).

Sufismus in al-Andalus

Auch in al-Andalus hatte der Sufismus einen großen Einfluss und konnte eine Verbindung zur wissenschaftlichen Aufklärung, wie auch zu Christentum und Judentum eingehen.
Kaum ein anderer Mystiker-Philosoph formte mit seinem Werk die Entwicklung der islamischen Spiritualität so grundlegend wie Ibn Arabi (Murcia 1165 –Damaskus 1240). Ibn Arabis unüberschaubare Vielfalt an Werken, über 350 an der Zahl, galt Mystikern aller Jahrhunderte als eine Schatztruhe an Weisheiten. Sein literarisches Erbe inspirierte Sufi-Meister zwischen dem maurischen Spanien im Westen und dem fernen muslimischen Indonesien im Osten. Sie nenne ihn unter seinem Ehrentitel „Shaykh al-Akbar“ (der größte spirituelle Meister). Sevilla war zu der Zeit ein Schmelztiegel der Kulturen, in dem Dichter, Philosophen, Heilige, Theologen und Laien miteinander verkehrten. In diesem kosmopolitischen Umfeld wuchs Ibn Arabi auf.

Ibn Arabis bekannteste Werke sind die „Futuhat al-Makkiyya“ (Die Mekkanischen Offenbarungen) und die „Fusus al-Hikam“ (Ringsteine der göttlichen Weisheit). Diese riesige Enzyklopädie des Wissens vereint die drei Erkenntnisquellen von Tradition, Vernunft und mystischer Eingebung. Die Besonderheit von Ibn Arabis Schriften ist „ihre Universalität und Breite, verbunden mit einer erstaunlichen Durchdringung der zentralen Themen der menschlichen Erfahrung“, schreibt der britische Ibn Arabi-Forscher Stephen Hirtenstein.

Charakteristisch für Ibn Arabis Lehren ist ihr Universalismus. Bei Ibn Arabi erscheinen nicht nur die Traditionen des Islam in einem neuen Licht, sondern auch die Philosophie von Judentum und Christentum.

Vielschichtigkeit und eine Ganzheit der Sicht sind zwei wichtige Merkmale von Ibn Arabis Denken – wenn er beispielsweise über die Einheit von Verstand und Intuition oder von Erotik und Mystik schreibt.

„Jede Liebe ist Wunsch nach Vereinigung. Jede Liebe ist bewusst oder unbewusst Liebe zu Gott. Noch in der körperlichen Vereinigung, in der du lustvolle Verzückung suchst, spürst du die Sehnsucht, das Bedürfnis nach dem, was du nicht selbst bist, und liebst du das geliebte wesen nur um seinetwillen, ist dir seine Freude wichtiger als die deine. So lehrt dich diese Liebe das Opferbringen. Gott ist die Einheit, er ist die Einheit von Liebe, Liebendem und Geliebtem. Es gibt eine göttliche Liebe, die höchste: Du loiebst in allem de, der es geschaffen hat, und liebst Gott um seiner selbst willen. Ohne Furcht vor Strafe und ohne Wunsch nach Belohnung. Gott hat dem Menschen seinen Geist eingehaucht zum Zeichen seiner Gegenwart in dir, der ständig neuen Schöpfung. Das Tum sit die Außenseite des Glaubens. Jedes Mal, wenn du dich überwindest, machst du das Unsichtbare sichtbar.“

Scheinbare Gegensätze fügt ibn Arabi zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Er betonte mehrmals, dass die islamische Theologie als Richtung nur vorübergehend sei und er ihr nicht folge. Auch sein freizügiger Lebensstil und seine erotische Dichtung mögen bei seinen Gegnern eine große Rolle gespielt haben. Im Jahre 1202, bei seinem ersten Besuch von Mekka, begegnet Ibn ʽArabī einer persisch-byzantinischen Sklavin namens Nizām. Die schöne und hochgebildete junge Frau beschenkt ihn mit der Erfahrung überwältigender Liebe. Die bedeutendste Frucht dieser Liebesbegegnung ist sein poetisches Hauptwerk Turjumān al-Ashwāq (Botschafter der Sehnsüchte). Die 61 Gedichte beschreiben sehr eindringlich und überaus kühn das Ineinssein erotischer und mystischer Erfahrung, die Verschmelzung der »zwei Welten, die eine sind«. Unter dem Druck orthodoxer Rechtsgelehrter sah sich Ibn ʽArabī gezwungen, jeden einzelnen Gedichtvers mit einem ausführlichen Kommentar aus theologisch-metaphysischer Sicht zu versehen. Zahlreiche Gelehrte schrieben nach seinem Tod Kommentare zu seinen Werken und erklärten deren mystische Begrifflichkeit. Sie sahen in ihm den größten spirituellen Meister. Andere muslimische Gelehrte, insbesondere solche aus dem orthodoxen Islam, betrachteten Ibn ʿArabī als Ketzer und Ungläubigen.Ibn Arabi wird oft mit dem Begriff der „wahdat al-wujud“ (meist übersetzt als „Einheit der Existenz“) assoziiert. Diese Lehre geht von einer körperlichen Einheit zwischen Schöpfer und Schöpfung aus. Der Gedanke, der hier gemeint ist, ist die Existenz eines allumfassenden Prinzips, das alle scheinbar gegensätzlichen Überzeugungen und Doktrinen in sich einschließt. Man warf ihm deshalb vor, die Erschaffenheit der Welt von Gott, die aus dem Koran hervorgeht, zu leugnen.

Aus seiner Lehre ergibt sich eine natürliche Toleranz, wie sie in Ibn Arabis berühmten Gedichtzeilen zum Ausdruck kommt:

Mein Herz hat sich für jegliche Form geöffnet / Es ist eine Weide für Gazellen / und ein Kloster für christliche Mönche / und ein Tempel für Götzenbilder / und die Kaaba der Pilgernden / und die Tafeln der Thora / und das Buch des Korans.

Unsere Vertonung des Gedichtes: Karawane der Liebe

Ibn Arabis Worte reflektieren den Geist von Al-Andalus, das über Jahrhunderte ein Inbegriff der friedlichen Koexistenz verschiedener Kulturen war. Allerdings ist die Bedeutung von al-Andalus selbst in Spanien wenig bekannt. Gracia Anguita, die seit Jahren zur islamischen Mystik forscht, schrieb an der Universität Sevilla eine Doktorarbeit zu Ibn Arabis Werk. Sie sagt: „Viele Spanier wissen zwar, dass ein Großteil ihrer kulturellen Errungenschaften auf die islamische Epoche zurückgeht. Aber die wichtigen Persönlichkeiten der andalusischen Kultur wie Ibn Arabi haben noch nicht ihren Weg in das kollektive spanische Gedächtnis gefunden.“ (Quelle : Marian Brehmer© Qantara.de 2015)

Rumi und Ibn Arabi – eine Brücke zwischen Orient und al-Andalus

Eine sehr interessante Verbindung besteht zwischen den beiden wichtigsten Meistern des Sufismus, zwischen dem persischen Sufipoeten Maulana Rumi und ibn Arabi. Diese „beiden Ozeane der Weisheit“ trafen in Damaskus aufeinander und schufen eine Brücke zwischen dem freien Geist von al-Andalus und dem Weg der universellen Liebe von Rumi.

Der Rumiforscher und Sufimeister Dr. Seyed Mostafa Azmayesh erzählt von dieser Verbindung im Leben Rumis: „Nach dem Tode des Vaters von Rumi übernahm der Sufimeíster Tarmazi Borhan seine Erziehung und spirituelle Ausbildung. Bald machte er Rumi klar, dass er zwar der Erbe der physischen Güter seines Vaters sei, aber bei weitem noch nicht die innere Reife habe die spirituelle Nachfolge seines Vaters anzutreten. Er überzeugte ihn, dass eine Meisterschaft nicht durch Vererbung zu erlangen sei, sondern sich durch eigene disziplinierte und geordnete Arbeit und viele Prüfungen innerer Reife bilde. Rumi akzeptierte den Rat Borhan’s, zunächst sieben Jahre lang in Damaskus bei Ibn Arabi in die Schule zu gehen. Er liess seine Familie in Konya zurück und vertiefte sich in die Methoden und Lehren Ibn Arabis, der zuvor in Andalusien gelernt, gelehrt und gewirkt hatte.

Nach sieben Jahren kam Rumi zurück aus Damaskus und Borhan akzeptierte ihn nun als seinen Schüler. Da war Rumi 38 Jahre alt. Borhan starb und Rumi war jetzt so weit die Nachfolge zu übernehmen. In Rumi hatten sich letztendlich drei Strömungen der orientalischen Mystik getroffen und zu einer neuen Methode geformt. Aus dem Nordosten der khorasanische Stil mit Berührungspunkten aus Schamanentum, Hinduismus und Buddhismus. Aus dem Westen der andalusische Stil mit Anlehnungen an das Christentum. Zuletzt brachte Rumis spiritueller Meister Shams aus dem Nordwesten Persiens, aus Azerbeidschan, wo die Wiege der Zoroastrier und des Mithras-Kultes zu finden waren, wo die Magier ihren Hauptsitz hatten, den azerischen Stil ein.
Durch Rumi gewann das Sufitum ein Gleichgewicht zwischen Abgewandheit durch einsame Meditation und Semah, was so viel heisst wie musikalische Zusammenkunft, um der spirituellen Seite des Lebens zu huldigen. Die Musik bekam einen sehr hohen Stellenwert in der Mystik durch Rumi. Bedeutende Sufi Meister waren auch Musikforscher. Das hängt mit der Wirkung von Musik auf die menschliche Seele im allgemeinen und den Schwingungen hinter den Rhythmen im besonderen,  zusammen. Diese Rhythmen werden seit alters her als Entwicklungsmittel der tiefmenschlichen Substanz in unterschiedlichen Stufen eingesetzt. Rumi kann als Begründer eines neuen Sufi-Stils betrachtet werden, in welchem Musik (und Dichtung D.H.) in einer sehr ausgeformten und subtilen Art als spirituelles Schulungsmittel verwendet wird.

Das Erbe Rumi’s für die Menschheit ist genau dies: die engen Grenzen einer vermeintlichen Überlegenheit einer einzelnen Religion oder Weltanschauung oder ihre fundamentalistischen Einengungen aufzubrechen. Er war eine Brücke zwischen einzelnen Kulturen…Durch Rumi kam der theoretische Aspekt des Sufitums als sozialer Impuls der Öffnung für fremde Welten in die praktische Verwirklichung.“
(Interview mit Dr. Seyed Mostafa Azmayesh von Helmut N.Gabel)

Die Sufischule von Almería

Ein weiteres Beispiel ist die Sufischule von Almeria, die in ganz al-Andaluz berühmt gewesen ist, da sie die Hingabe an die göttliche Einheit mit dem Geist rationaler Wissenschaft zu versöhnen suchte. Ihr Gründer Ibn al-Arif (1088-1141) bezog sich auf die Lehren von Ibn Masarrah (883-931), Nach dessen Auffassung ist der Mensch völlig frei und somit auch für seinen Taten voll verantwortlich. Mit solchen Lehren setzte sich Ibn Masarrah in Gegensatz zum Koran und zog sich dem Zorn der damaligen Richter zu, die der abbasidischen Traditionsgeschichte verpflichtet waren. Er zog von Córdoba fort in eine klosterähnliche Gemeinschaft in den Bergregionen. Die frommen Asketen schienen zunächst nicht leicht angreifbar und so drangen griechische Philosophie und Wissenschaft im Gewand des Sufismus weiter nach Spanien vor.

Nach der Vertreibung der Moslems und Juden aus al-Andalus setzte sich diese Richtung eines mystischen und aufgeklärten Islam in Nordafrika fort, wo sie etwa in Marokko mit dem jährlichen Festival Festival de la Culture Soufie de Fès gefeiert wird. Der Direktor des Festival des Fès, Dr.Faouzi Skali, erzählt eine Sufi-Geschichte, die dasVerhältnis von Vernnft und Mystik veranschaulichen soll:

“Ein Derwisch kommt mit seinem Meister an eine Kreuzung und fragt ihn, in welche Richtung man nun weitergehen solle. Der Meister hält seinen Schüler dazu an, sich tanzend im Kreis zu drehen, nach einer Weile wiederholt er die Aufgabe „Dreh dich, dreh dich, dreh dich“ – und dies passiert noch einige Male, bevor nach etwa zwei Stunden der Schüler vor lauter Erschöpfung der Länge nach hinfällt. Nun zeigt sein Körper – genauer seine Füße – die Richtung des Wegs an, nach der er anfänglich gefragt hatte.”

Rudolf zur Lippe, der das Sufifestival 2015 nach Berlin geholt hatte, meint zu der Geschichte, sie sei ein wunderbares Gleichnis für die gesuchte Aufklärung über die Aufklärung: Wenn die – seinerzeit von den Verfechtern der Aufklärung so hoch gepriesene – Vernunft sich irgendwann immer rascher um sich selbst drehe, werde sie genauso wie der junge Derwisch voller Erschöpfung zu Boden gehen. Aber wo könne sie dann in ihrem Taumel und dem Verlust der Kräfte noch Orientierung gewinnen? Wer hilft der Vernunft wieder auf die Füße, wenn sie es selbst nicht mehr kann? Rudolf zur Lippe meint, die Vernunft brauche dann „die Gnade der Spiritualität“, an ihrer Seite.

Die Präsidentin der Rumi-Gesellschaft aus Istanbul, Sheikha Nur Artiran, sagt es so:„Alles ist von Gott in Gegensätzen erschaffen, aber das wird häufig nicht akzeptiert…Die Andersheit ist das mystische Geheimnis der göttlichen Schöpfung, wenn man den Gegensatz zerstört, dann zerstört man sich selbst.“

Realpolitisch in unsere heutige Zeit der Flüchtlingsströme und Begegnung der Kulturen übersetzt könnte das heißen: die Völker rund um das Mittelmeer waren ständig auf Wanderschaft, auf der Flucht oder auf der Suche nach neuen Orten eines besseren Lebens. Wer will hier seine Identität durch Abgrenzung bestimmen? Von Identität kann nur die Rede sein als einem stets in Bewegung sich befindlichen Schnittpunkt von Kulturen.


Bild oben: Drehender Derwisch, Sandmalerei von Anne Löper, http://www.gesandet.de